Studentisches Debattieren stammt aus dem angel-sächsischen Raum. Wir debattieren jedoch nicht im Britischen Parlaments-Stil, sondern nach den Regeln der „Offenen parlamentarischen Debatte“ aus Tübingen. Das Regelwerk kann auf wenige Grundsätze heruntergebrochen werden und wir erklären sie dir selbstverständlich, wenn du vorbeikommst.

Es gibt drei Fraktionen:
- Regierung, beginnt und beantwortet das Thema mit „Ja“
- Opposition, beantwortet das Thema mit „Nein“
- Freie Redner, jeder darf sich für eine Seite entscheiden
Die Rollen werden ausgelost; über das Thema stimmen wir 15 Minuten vor der Debatte ab. Es bleibt also nur wenig Zeit, um gemeinsam mit den anderen Mitgliedern seiner Fraktion Argumente vorzubereiten. Dabei gleichen sich im Team Wissenslücken aus. Im Anschluss der Debatte gibt es von der Jury ein Feedback mit Verbesserungsvorschlägen für das nächste Mal.

Themenfindung
Zunächst sammeln wir Vorschläge für Themen, die wir debattieren könnten. Das können politische Themen sein: „Familienwahlrecht einführen“ oder „Containern legalisieren“, oder auch mal unterhaltsames wie „Verschwörungstheorien in der Schule unterrichten“.
Die Debatte
Die Jury achtet auf die Einhaltung der Redezeit und ruft die Redner zum Pult, wenn sie dran sind. Erste und letzte Minute jeder Rede sind geschützt, was sie durch Hammerschlag anzeigt. „Geschützt“ bedeutet es dürfen zu diesem Zeitpunkt keine Fragen gestellt und keine Zwischenrufe gemacht werden.

Dabei kommen jedem Redner bestimmte Funktionen zu, wie dem „Eröffner“ der Regierung, der die Definition des Themas, welches debattiert wird, übernimmt. Oder den Schlussrednern, welche den Debattenfortschritt zusammenfassen und keine neuen Argumente mehr ergänzen.
Das Feedback
Nachdem die Debatte vorbei ist, gibt es ein Feedback von den Juroren. Sie achten als Außenstehende während der Debatte auf Gestik, Körperhaltung, Stimmführung und besonders die inhaltliche Argumentation. Sie sagen jedem Redner im Anschluss, wie er auf sie gewirkt hat, und geben so hilfreiche Anregungen für zukünftige Auftritte. Beim nächsten Mal kann man dann z. B. gezielt auf einen bestimmten Aspekt seiner Rede achten und sich dafür zielgerichtetes Feedback geben lassen.
Debattieren auf der ganzen Welt
Gelegentlich fahren unsere Debattanten auch auf Turniere oder Workshop, z.B auf die Zeit-Debatte in Hamburg 2018. Oder auf Workshops die spezielle Fähigkeiten wie Auftreten oder Argumentationskraft thematisieren. Dabei lernt man noch mehr aus sich heraus zu gehen, als im üblichen Clubbetrieb. Im September 2018 in Wien gab es zum Beispiel den ersten Debattier-Workshop, der gezielt der Frauenförderung dienen sollte. Dadurch lernt man Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum kennen und kann Freundschaften knüpfen.